Mehr Arbeitslose und viel mehr Kurzarbeit
Im Januar 2021 über 40% mehr beim RAV gemeldet als im Januar 2020

Die Arbeits­lo­sig­keit in der Schweiz ist im Januar gegen­über dem Vorjah­res­mo­nat um über 40 Prozent gestie­gen. Gleich­zei­tig melde­ten seit Novem­ber im Zuge der zweiten Corona-Welle auch deutlich mehr Betrie­be Kurzar­beit an.

Massiv mehr arbeitslose beim RAV gemeldet

Insge­samt waren in der Schweiz im Januar 169’753 Perso­nen bei den Regio­na­len Arbeits­ver­mitt­lungs­zen­tren (RAV) als arbeits­los gemel­det. Das waren 6’208 mehr als im Vormo­nat. Gegen­über dem Vorjah­res­mo­nat lag die Zahl massiv höher: nämlich um 48’735 Perso­nen gegen­über 121’018 Perso­nen im Vorjahr. Dies entspricht einer Zunahme von über 40 (!) Prozent.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te stieg im Januar im Vergleich zum Vormo­nat Dezem­ber von 3,5 Prozent auf 3,7 Prozent, wie das Staats­se­kre­ta­ri­at für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteil­te. Über das gesamte Jahr 2020 gesehen hatte die Quote im Durch­schnitt bei 3,1 Prozent betragen.

Die Corona-Krise hat auf dem Schwei­zer Arbeits­markt somit deutlich Spuren hinter­las­sen. Im Januar vor einem Jahr – also noch vor Ausbruch der Corona-Pande­mie – hatte die Arbeits­lo­sen­quo­te noch 2,6 Prozent betragen.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te ist üblicher­wei­se saiso­na­len Schwan­kun­gen unter­wor­fen, weil es in den Winter­mo­na­ten etwa auf dem Bau, in der Landwirt­schaft und in der Gastro­no­mie weniger Arbeit gibt. Die vom Seco um die saiso­na­le Fakto­ren berei­nig­te Arbeits­lo­sen­quo­te verharr­te im Januar bei 3,5 Prozent.

Zunahme der Kurzarbeit

Viele von der Corona­kri­se betrof­fe­ne Arbeit­neh­men­de sind in der Kurzar­beit gelan­det. Die Kurzar­beit hat mit der zweiten Corona­wel­le und weite­ren Betriebs­schlies­sun­gen insbe­son­de­re im Detail­han­del und in der Gastro­no­mie zum Jahres­en­de hin wieder an Bedeu­tung gewon­nen. Offizi­ell liegen aller­dings zur Kurzar­beit erst die Werte für den Novem­ber vor. Damals waren laut den Angaben 296’592 Perso­nen in Kurzar­beit, 77’204 mehr als im Oktober — ein Plus von 35,2 Prozent.

Auch die Anzahl der von Kurzar­beit betrof­fe­nen Betrie­be wuchs stark an. Sie erhöhte sich im Novem­ber um 50 (!) Prozent auf 34’311 Betrie­be. Die ausge­fal­le­nen Arbeits­stun­den nahmen ebenso deutlich auf 19,2 Millio­nen zu. Zum Vergleich: Im Novem­ber 2019 waren nur 171 Betrie­be in Kurzarbeit.

Stabile Jugendarbeitslosigkeit

Aufge­schlüs­selt nach Alter stieg die Arbeits­lo­sig­keit im Januar bei den Jugend­li­chen mit nur zusätz­lich 72 als arbeits­los gemel­de­ten Perso­nen am wenigs­ten stark. Die Quote bei den 15- bis 24-Jähri­gen blieb den auch zum Vormo­nat bei 3,4 Prozent stehen.

Bei den 25–49-Jährigen wuchs die Arbeits­lo­sig­keit um 4,1 Prozent bezie­hungs­wei­se um 4,135 Perso­nen, bei den 50- bis 64-Jähri­gen nahm die Zahl der Arbeits­lo­sen um 4,4 Prozent oder knapp 2’000 Perso­nen zu. Die entspre­chen­den Arbeits­lo­sen­quo­ten liegen bei 3,9 und 3,5 Prozent.

Das Seco hat derweil im Januar insge­samt 261’499 Stellen­su­chen­de regis­triert, 1’181 mehr als im Vormo­nat. Die Zahl der bei den RAV gemel­de­ten offenen Stellen erhöhte sich um 7’715 auf 32’941.

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