AstraZeneca-Zweitimpfung
Keine zweite Impfdosis von Astra-Zeneca in Deutschland

Die ständi­ge Impfkom­mis­si­on Deutsch­lands (Stiko) empfiehlt für Perso­nen, die eine Erstimp­fung mit dem Vakzin von Astra­Ze­ne­ca erhal­ten haben, anstel­le einer zweiten Astra­Ze­ne­ca-Impfdo­sis neu eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung.

Gegen 3 Millionen Deutsche wurden mit AstraZeneca geimpft

Die Empfeh­lung dürfte zahlrei­che Menschen in Deutsch­land betref­fen. Nach Zahlen des Robert Koch-Insti­tuts haben bereits 2,85 Millio­nen Perso­nen eine Erstimp­fung mit dem Astra­Ze­ne­ca-Präpa­rat erhal­ten. Hinter­grund für die ausge­spro­che­ne Empfeh­lung der Stiko sind zahlrei­che Berich­te über Throm­bo­sen (Blutge­rinn­sel) die kurz nach der Impfung in einigen Fällen sogar zum Tod geführt haben.

Impfschutz nimmt bereits nach 12 Wochen ab

Der verspro­che­ne Impfschutz von einer einma­li­gen Astra­Ze­ne­ca-Impfung nimmt nach 12 Wochen ab. Doch was machen unter 60-Jährige, die bereits einmal mit dem Astra­Ze­ne­ca-Vakzin geimpft worden sind und nun auf ihre Zweit­imp­fung warten?

Der Stiko-Vorsit­zen­de Thomas Mertens sagte dem «Spiegel» in einem Inter­view, über das Risiko bei zweima­li­ger Impfung mit dem Astra­Ze­ne­ca-Vakzin könne man derzeit nur speku­lie­ren – da bislang nur sehr wenige Menschen bereits beide Sprit­zen erhal­ten hätten. «Der nahelie­gen­de Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probie­ren, sondern zur Sicher­heit eben als Alter­na­ti­ve einen RNA-Impfstoff zu geben.»

In Deutsch­land sind momen­tan die mRNA-Impfstof­fe von BioNTech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Kommentar der Redaktion

Man kommt nicht umhin, tagtäg­lich festzu­stel­len, dass dieje­ni­gen, die sich nun impfen, Teil eines gross­an­ge­leg­ten Feldver­suchs sind – mit ungewis­sem Ausgang. Anders können wir uns auch nicht erklä­ren, wie die Stiko auf die Idee kommen kann, nach einem Vector-basie­ren­den Impfstoff einen mRNA-Impfstoff als Zweit­imp­fung zu empfeh­len. Wesent­lich nachvoll­zieh­ba­rer wäre eine Empfeh­lung für den inzwi­schen verfüg­ba­ren Impfstoff von Johnson & Johnson/Jannsen gewesen, der ebenfalls auf dem Vektor­prin­zip aufge­baut ist.

Zur Erklä­rung: Ein Vektor­i­mpf­stoff enthält geneti­sches Materi­al eines Oberflä­chen­pro­te­ins, mit dem der Erreger Sars-CoV‑2 mittels virale Trans­por­ter (z.B. Adeno­vi­ren von Affen) an mensch­li­che Zellen andockt. Das Mittel soll sowohl die Bildung von spezi­fi­schen Antikör­pern als auch von T‑Zellen fördern — beide sind für die Immun­ab­wehr wichtig.