3‑Phasen-Modell
Covid-19 Ausstiegsplan des Bundesrats

Die Inter­es­sens­ver­tre­ter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport fordern seit langem Planungs­si­cher­heit in der Pande­mie. Der Bundes­rat hat nun heute einen Covid-19 Ausstiegs­plan vorge­stellt, der ein 3‑Phasen Modell beinhaltet.

Phase 1: Schutzphase

  • Aktuell stehen wir in der ersten Phase. Diese Phase dauert an, bis alle impfwil­li­gen beson­ders gefähr­de­ten Perso­nen vollstän­dig geimpft sind (ca. etwa Ende Mai).
  • Aufgrund der Öffnun­gen per 19. April 2021 und der fragi­len epide­mio­lo­gi­schen Lage werden vor dem 26. Mai 2021 kaum weitere Öffnungs­schrit­te möglich sein.
  • In dieser Phase sollen durch repeti­ti­ves Testen asympto­ma­ti­scher Perso­nen mögli­che Ausbruchs­her­de schnell erkannt und isoliert werden.
  • Es gelten Richt­wer­te bei deren Überschrei­tung erneute Massnah­men­ver­schär­fun­gen geprüft werden. Es existiert jedoch kein Automatismus. 
    • 14-Tages-Inzidenz der Fallzah­len: 450 Neuan­ste­ckun­gen pro 100’000 Einwoh­ne­rin­nen und Einwohnern.
    • Hospi­ta­li­sie­run­gen im 7‑Tages-Schnitt: 120
    • Belegung der Inten­siv­bet­ten durch Covid-19 Patien­tin­nen und Patien­ten (gemit­telt über 15 Tage): 300 Betten.
    • Re-Wert: 1.15

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Phase 2: Stabilisierungsphase

  • Die Phase dauert, bis die gesamte impfwil­li­ge erwach­se­ne Bevöl­ke­rung vollstän­dig geimpft ist (laut Bundes­rat etwa Ende Juli).
  • In der Stabi­li­sie­rung-Phase soll die risiko­ba­sier­te Öffnungs­stra­te­gie weiter­ge­führt werden, um ein gesell­schaft­li­ches, kultu­rel­les und sport­li­ches Leben an bestimm­ten Veran­stal­tungs­or­ten wieder möglich zu machen.
  • An den Richt­wer­ten der Schutz­pha­se wird festge­hal­ten; eine Ausnah­me ist die 14-Tages-Inzidenz, die bis zum Wert von 600 Neuin­fek­tio­nen pro 100’000 Einwoh­ne­rin­nen und Einwoh­ner anstei­gen darf.

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Phase 3: Normalisierungsphase

  • Sobald die gesamte erwach­se­ne Bevöl­ke­rung Zugang zu einer vollstän­di­gen Impfung erhal­ten hat (wenn etwa 30 Prozent der Impfplät­ze frei bleibt).
  • Die Massnah­men des Bundes richten sich auf den Erhalt der Funkti­ons­fä­hig­keit des Gesund­heits­sys­tems aus.
  • Verblei­ben­de Schlies­sun­gen von Betrie­ben und Einrich­tun­gen sowie Kapazi­täts­be­schrän­kun­gen sollen schritt­wei­se aufge­ho­ben werden. Basis­mass­nah­men (wie z.B. Maske an frequen­tier­ten Orten) sollen schritt­wei­se abgebaut werden, damit die Entwick­lung der Pande­mie gut verfolgt werden kann.
  • Bei drohen­der Überlas­tung des Gesund­heits­sys­tems ergreift der Bundes­rat nur noch Massnah­men zur Einschrän­kung von Perso­nen, die sich nicht haben impfen lassen. Perso­nen mit gülti­gem Covid-Zerti­fi­kat (geimpft, genesen und zeitnah getes­tet) sollen nicht von Massnah­men betrof­fen sein.

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Kommentar der Redaktion

Der Bundes­rat hat seinen Ausstiegs­plan in erster Linie an die Impfkam­pa­gne gekop­pelt. Er geht also davon aus, dass die Impfung entschei­dend sein wird für den Verlauf der Corona-Pande­mie. Diese Prämis­se ist ganz klar falsch. Bereits im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass das Virus in den wärme­ren Monaten von Mai bis Septem­ber kaum in Erschei­nung trat – die Inziden­zen sanken also ohne grosses Zutun der Bevöl­ke­rung automa­tisch auf nahezu null.

Trotz der briti­schen Varian­te, die etwas anste­cken­der ist (ca. 30 Prozent) wird dies auch dieses Jahr nicht anders sein. Man wird dann betonen, dass die Senkung der Fallzah­len in einem starken Zusam­men­hang mit der Impfung steht, um noch mehr gesunde Menschen dazu zu motivie­ren, sich den experi­men­tel­len «Impfstoff» zu spritzen.

Würde sich der Bundes­rat tatsäch­lich auf den aktuel­len Stand der Erkennt­nis­se stützen, so würde er inner­halb der nächs­ten Wochen alle wirtschafts­schä­di­gen­den Massnah­men aufhe­ben, die gebeu­tel­ten Branchen mit einem Aufbau­kre­dit unter­stüt­zen, und per sofort folgen­de unsin­ni­gen Vorga­ben sistieren:

Leider wird der Bundes­rat von einer Taskfor­ce beraten, die sich seit Anbeginn primär auf die Senkung der Fallzah­len konzen­triert. Sie verfügt weder über ein gesamt­heit­li­ches Denken, um auch die mittel­fris­tig wesent­lich schäd­li­che­ren Krank­hei­ten im Blick­feld zu behal­ten (verzö­ger­te Krebs­ope­ra­tio­nen, massive psychi­sche Belas­tun­gen der Menschen) noch über einen wirtschaft­li­chen Background, um zu erken­nen, wie viele zusätz­li­che Schul­den sie durch ihre verhee­ren­de Angst­po­li­tik tagtäg­lich unserem ehemals reichem Land aufbürdet.

Aus diesem Grund wäre auch eine sofor­ti­ge Auflö­sung der selbst­er­nann­ten Taskfor­ce ein wichti­ger Schritt, um statt weiter­hin Angst zu schüren, den Menschen eine zeitlich klare Perspek­ti­ve zurück zur alten Norma­li­tät aufzuzeigen.

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