Corona-Medienkonferenz vom 30. März 2021
«6,2 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind geimpft»

Allgemeine Informationen

Steigende Fallzahlen

Patrick Mathys warnt vor weiter­hin steigen­den Fallzah­len. «Wir sehen es im Ausland und wir sehen es hier: Die Fallzah­len werden wahrschein­lich weiter steigen. Beson­ders in den jünge­ren Alters­grup­pen steigen die Fallzah­len derzeit. Es ist davon auszu­ge­hen, dass dieser Anstieg demnächst auch auf die älteren Genera­tio­nen überge­hen wird.»

6,2 Prozent der Schweizer Bevölkerung geimpft

Nun spricht Patrick Mathys zu den Impfun­gen: «16.6 Impfdo­sen wurden pro 100 Einwoh­ne­rin­nen und Einwoh­ner bereits verimpft. Etwas über eine halbe Million Perso­nen wurden vollstän­dig geimpft, das sind etwa 6.2 Prozent der Schwei­zer Bevölkerung.»

Die Zahl der Impfun­gen nimmt laut Patrick Mathys deutlich zu. Der Impfnach­weis soll nun zu einem Impfzer­ti­fi­kat werden, wie bereits angekün­digt. Der Nachweis in Papier­form, der bereits jetzt abgege­ben wird, soll somit abgelöst werden. Damit ist die Impfung zwar vermerkt, aber nicht zum Beispiel digital registriert.

Impfzertifikat

Die Zahl der Impfun­gen nimmt laut Patrick Mathys deutlich zu. Der Impfnach­weis soll nun zu einem Impfzer­ti­fi­kat werden, wie bereits angekün­digt. Der Nachweis in Papier­form, der bereits jetzt abgege­ben wird, soll somit abgelöst werden. Damit ist die Impfung zwar vermerkt, aber nicht zum Beispiel digital registriert.

Wichtig sei dabei vor allem, dass das Zerti­fi­kat inter­na­tio­nal anerkannt werde. Eine zentra­le Speiche­rung sei nicht vorge­se­hen, das Zerti­fi­kat soll auf Papier oder digital den Geimpf­ten abgege­ben werden. Noch offen sei, wie das technisch gelöst werden soll.

Schnelltests sind eine Ergänzung, doch sie ersetzen die anderen Tests nicht

Neben PCR-Tests und Schnell­tests durch medizi­ni­sches Perso­nal stehen ab dem 7. April auch Schnell­tests zur Verfü­gung, die in der Apothe­ke bezogen werden können. Doch diese seien in der Genau­ig­keit auf der unteren Stufe und sollen zum Beispiel zur Absiche­rung beitra­gen. Wer vorhabe, den Gross­va­ter oder die Gross­mutter im Alters­heim zu besuchen, soll einen Antigen-Schnell­test durch eine Fachper­son einem Selbst­test vorzie­hen, so Patrick Mathys. Man soll sich auch nicht länger als einen Tag auf ein negati­ves Resul­tat verlassen.

Die Motiva­ti­on, einen Schnell­test zu machen, sei es, sich selbst und andere zu schüt­zen. Mit den Testre­sul­ta­ten soll dann aber auch verant­wor­tungs­voll umgegan­gen werden. Wer einen positi­ven Schnell­test gemacht habe, soll einen PCR-Test machen und sich bis dahin isolie­ren, so Patrick Mathys. Ein negati­ves Testre­sul­tat entbin­de auch nicht vor Hygiene- und Abstands­re­geln. Der Bund gehe davon aus, dass es genügend solche Schnell­tests habe.

Fünf Selbsttests pro Person und Monat kostenlos

Ruggli führt vor, wie man den Selbst­test zu Hause selber durch­füh­ren kann. «Diese Selbst­tests sind sinnvoll vor dem Besuch von Famili­en­mit­glie­dern und Freun­den. Derzeit soll jeder fünf Selbst­tests pro Monat kosten­los erhal­ten – weitere können aber auch gekauft werden.»

320 Apothe­ken würden derzeit Schnell­tests anbie­ten. Welche das sind und welche Apothe­ken auch PCR-Tests anbie­ten, ist auf der Website www.ihre-apotheke.ch ersichtlich.

Rudolf Hauri: «Reihentests in Schulen lohnen sich»

Das Contact-Tracing in den Kanto­nen funktio­nie­re weitge­hend, sagt Rudolf Hauri, Präsi­dent der Verei­ni­gung der Kantons­ärz­tin­nen und Kantons­ärz­te. Es gebe immer wieder Meldun­gen aus Schulen, dabei müsse davon ausge­gan­gen werden, dass auch Fälle von der Schule in die Famili­en gelangten.

Der Aufwand für Reihen­tests sei gross, lohne sich aber. Es habe weit weniger Quaran­tä­ne­fäl­le gegeben, wo diese durch­ge­führt werden, so Hauri. Die eben beschrie­be­nen Schnell­tests, die ab kommen­der Woche in Apothe­ken bezogen werden können, würden sich für solche Massen­tests aber nicht eignen – Spuck­tests oder PCR-Tests sollten für Reihen­tests in Schulen vorge­zo­gen werden. Das bedeute aber nicht, dass die Schnell­tests nichts taugen würden, so Hauri.

Täglich können bald über 100’000 Impfun­gen verab­reicht werden, so Hauri. Dies, sobald die verspro­che­nen Impfmen­gen einge­trof­fen seien.

Fragerunde

Wie früh vor dem Familienbesuch muss man sich testen lassen?

Nun beginnt die Frage­run­de. Es könne ja gar nicht die gesamte Bevöl­ke­rung 24 Stunden vor dem Besuch der Gross­el­tern einen Corona-Test machen. Sei es da nicht sinnvoll, sich früher testen zu lassen statt gar nicht, will ein Journa­list wissen.

«Wenn sie sich heute testen lassen und positiv sind, werden sie die Gross­mutter nicht besuchen. Es macht grund­sätz­lich Sinn, so oder so einen Test zu machen. Aber wenn zwischen dem Test und dem Besuch über 24 Stunden liegen, ist das Resul­tat nicht mehr zuver­läs­sig und sie müssen weiter­hin alle Massnah­men einhal­ten. Ein Testre­sul­tat ist immer eine Moment­auf­nah­me, die mit Vorsicht zu inter­pre­tie­ren ist», antwor­tet Mathys.

Gibt es einen eigenen Schweizer Impfpass?

Die EU werde einheit­li­che Vorga­ben für die Mitglied­staa­ten vorge­ben, es liege jedoch an den einzel­nen Staaten, diese umzuset­zen. So mache es auch die Schweiz, sagt Nassima Mehira, Co-Projekt­lei­te­rin für das Covid-19-Zerti­fi­kat. Es werde also keinen EU-Impfpass geben.

Man evalu­ie­re nun verschie­de­ne techni­sche Lösun­gen, die auch für die Schweiz am besten umsetz­bar seien – und auch inter­na­tio­nal akzep­tiert werden.

Ab wann steht das Impfzertifikat bereit?

Ein Journa­list fragt, wann der Impfpass erhält­lich sei. «Grund­sätz­lich so rasch wie möglich. Wir arbei­ten mit Hochdruck daran, dass dieses Covid-19-Zerti­fi­kat bis im Sommer bereit­steht», beant­wor­tet Mathys die Frage.

Wie kontrolliert man die fünf Dosen?

Wie kontrol­liert man, dass jeder nur fünf Tests bekommt. «Wir werden die Kunden darauf aufmerk­sam machen», so Martine Ruggli. Man setze also auch auf Vertrau­en. Zudem würde über die Kranken­kas­se abgerech­net, also die Kosten übernom­men. Wenn die Kranken­kas­sen-Versi­che­rungs­kar­te gescannt werde, habe man den Überblick.

Ruggli: «Wir sind an Ostern noch nicht bereit»

An Ostern stehen noch keine Selbst­tests zur Verfü­gung. Warum ist das so, will ein Journa­list wissen.

«Wir haben versucht, am 1. April bereit zu sein. Es war aber leider nicht möglich, die Liefe­run­gen in dieser kurzen Zeit bereit­zu­stel­len. Es ist eine grosse logis­ti­sche Heraus­for­de­rung für die Zulie­fe­rer und die Apothe­ken. Das dauert. Es wäre aber natür­lich für die Bevöl­ke­rung besser gewesen, wenn die Selbst­tests bereits vor Ostern erhält­lich gewesen wären», räumt Martine Ruggli vom Apothe­ker­ver­band Pharma­su­is­se ein.

Was nützt die Testoffensive?

Patrick Mathys: «Natür­lich erhof­fen wir uns eine Auswir­kung auf die pande­mi­sche Lage. Wir erhof­fen uns von der Testof­fen­si­ve und den Schnell­tests einen Rückgang – oder auf alle Fälle keine weitere Zunahme der Fallzahlen.»

Spuck-Selbsttests weiterhin nicht erhältlich

In Deutsch­land können Selbst­tests zum Spucken bereits in Läden gekauft werden, in der Schweiz nicht. Wieso ist das so, fragt eine Journa­lis­tin. «Wir haben in der Schweiz strenge Anfor­de­run­gen an die Validie­rung solcher Tests. Wir haben derzeit noch keine Unter­la­gen erhal­ten, die uns bewei­sen, dass die Tests genügend sensi­bel sind», antwor­tet eine BAG-Expertin.

Patrick Mathys: «Die junge, mobile Bevölkerung ist ein Treiber der Pandemie»

Sind Kinder nun Treiber der Pande­mie oder nicht? Ein Journa­list zitiert Erkennt­nis­se zu Beginn der Pande­mie, als Kinder nicht als Treiber identi­fi­ziert wurden. Rudolf Hauri sagt, es gebe Fälle in der Schule, und auch Übertra­gun­gen in die Familie. Doch es seien nicht übermäs­sig viele. Zudem werde nun massiv mehr getes­tet. Rudolf Hauri sagt, auf alle Fälle könne man aber nicht von Schulen als Hotspots sprechen.

Treiber sei jedoch die «junge, mobile Bevöl­ke­rung», ergänzt Patrick Mathys. Auf diese würde man nun auch die Teststra­te­gie ausrichten.

Was bringen Selbsttests?

Selbst­tests sind weniger sensi­tiv, wurde gesagt, meint ein Journa­list. Was bedeu­tet das?

Man wisse, dass man damit auch mal einen Fall verpas­sen könne, so Martine Ruggli. Doch wenn man die meisten Perso­nen identi­fi­zie­ren könne, die eine hohe Virus­last hätten, dann habe man schon viel erreicht. Bei einem positi­ven Selbst­test würde auch automa­tisch eine sensi­ti­ve­re Varian­te wie ein Schnell­test oder ein PCR-Test folgen.

Video der Pressekonferenz